DCP: Was steckt hinter der neuen Plattformgeneration?
Mit der Version 2 der Digital Collaboration Platform (DCP) von SAP IPD läutet SAP eine neue Ära der kollaborativen Produktentwicklung ein. Während die erste Generation primär auf die technische Integration von Konstruktionsdaten ausgerichtet war, stellt DCP die bereichsübergreifende Zusammenarbeit in den Mittelpunkt – in Echtzeit, rollenbasiert und vollständig in die SAP-Systemlandschaft eingebettet.
Was ist die Digital Collaboration Platform (DCP)?
Die Digital Collaboration Platform ist eine Komponente innerhalb von SAP IPD (Integrated Product Development), die als zentrale Kollaborationsschicht für Ingenieure, Produktmanager und Supply-Chain-Verantwortliche dient. Sie verbindet CAD-Daten, Stücklisten, Änderungsmanagement und Freigabeprozesse auf einer einheitlichen Oberfläche.
Was ist neu in DCP?
- Verbesserte Echtzeit-Synchronisation: Änderungen in Konstruktionsdaten können für beteiligte Rollen zeitnah sichtbar gemacht werden – mit weniger manuellen Übergaben und weniger E-Mail-Schleifen.
- Erweitertes Rollenkonzept: DCP führt granulare Rollen ein (Design Owner, Review Participant, Read-Only Viewer), die sich flexibel an Projektstrukturen anpassen lassen.
- Nahtlose Integration mit SAP S/4HANA: Die bidirektionale Synchronisation von Engineering-BOM und Manufacturing-BOM wurde grundlegend überarbeitet.
- Verbesserte Versionsverwaltung: Änderungen können nachvollziehbar versioniert werden – inklusive Audit Trail und Genehmigungshistorie.
- Moderne UI auf SAP Fiori Basis: Die neue Benutzeroberfläche folgt konsequent dem SAP Fiori Design System und ist vollständig responsive.
Architektur von DCP
DCP basiert auf einer Cloud-nativen Microservices-Architektur auf der SAP Business Technology Platform (BTP). Die Kernkomponenten sind:
- Design Context Service: Verwaltet den Kontext von Designprojekten und stellt sicher, dass alle Beteiligten immer auf dem gleichen Stand sind.
- Collaboration Hub: Zentrale Kommunikationsschicht für Kommentare, Markierungen und Aufgaben direkt an 3D-Modellen und Dokumenten.
- BOM Sync Engine: Kontrollierter Abgleich zwischen Engineering-BOM in SAP IPD und Manufacturing-BOM in SAP S/4HANA.
- Change Orchestration Layer: Unterstützt den Änderungsprozess von der Anforderung bis zur Freigabe.
Mehrwert für Unternehmen
- Reduzierung der Time-to-Market: Durch weniger manuelle Übergaben können Entwicklungszyklen messbar verkürzt werden; konkrete Effekte hängen von Integrationsumfang, Datenqualität und Prozessreife ab.
- Weniger Fehler in der Produktion: Besser abgestimmte Daten zwischen Engineering und Fertigung können teure Nacharbeiten reduzieren.
- Bessere Compliance: Nachvollziehbare Designentscheidungen können die Erfüllung von Anforderungen aus ISO 9001 oder IATF 16949 unterstützen.
- Globale Zusammenarbeit: Verteilte Teams in verschiedenen Zeitzonen arbeiten auf einer gemeinsamen Datenbasis.
Fazit
DCP ist mehr als ein Feature-Update – es ist ein Paradigmenwechsel in der Art, wie Unternehmen ihre Produktentwicklung organisieren. INOMIC begleitet Sie bei der Einführung und Konfiguration von DCP in Ihrer SAP-IPD-Landschaft.
