Produktdaten als Rückgrat der kollaborativen Entwicklung
In der modernen Produktentwicklung sind Daten das Fundament jeder Entscheidung. Doch in vielen Unternehmen sind Produktdaten über verschiedene Systeme verteilt: CAD-Dateien im PDM-System, Stücklisten im ERP, Anforderungen im ALM-Tool. DCP kann als kollaborative Schicht helfen, Produktdaten aus Engineering, ERP und angrenzenden Systemen strukturiert zusammenzuführen. Welche Daten wann verfügbar sind, hängt von Integrationsarchitektur, Datenqualität und Prozessreife ab.
Das Problem: Datensilos kosten Zeit und Qualität
Die typischen Symptome von Datensilo-Problemen in der Produktentwicklung kennen viele Engineering-Leiter aus ihrer täglichen Praxis:
- Konstrukteure arbeiten auf veralteten Stücklisten, weil die aktuelle Version noch nicht exportiert wurde.
- Der Einkauf hat keine Sicht auf Designänderungen, bis der formale Änderungsauftrag (ECO) ausgelöst wird.
- Die Fertigung erfährt von Konstruktionsänderungen oft erst kurz vor dem Serienanlauf.
- Freigabeprozesse laufen per E-Mail und Excel – ohne Audit Trail und ohne Eskalationsmechanismus.
DCP: Gemeinsame Sicht auf Produktdaten
DCP kann eine gemeinsame, verbindliche Sicht auf Produktdaten unterstützen für Produktdaten über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg. Die Schlüsselprinzipien:
- Kontrollierter BOM-Abgleich: Stücklisten sollten nicht als isolierte Dokumente behandelt werden, sondern über definierte Regeln, Freigaben und Verantwortlichkeiten weiterentwickelt werden.
- Rollenbasierter Datenzugriff: Jede Rolle sieht genau die Daten, die sie braucht – Konstrukteure sehen das Engineering-BOM, die Fertigung das Manufacturing-BOM, der Einkauf die Beschaffungsstruktur.
- Änderungsunterstützung: Wenn sich ein Bauteil ändert, kann DCP helfen, betroffene Baugruppen, Fertigungsvorgaben und Beschaffungsanforderungen sichtbar zu machen.
- Integrierte Freigaben: Freigaben sind Teil des Datenflusses – kein separater Nebenprozess.
Praxisbeispiel: Automobilzulieferer mit DCP
Ein führender Tier-1-Automobilzulieferer hat DCP als zentrale Kollaborationsplattform für die Entwicklung eines neuen Antriebsstrang-Moduls eingeführt. Das Ergebnis nach sechs Monaten:
- Reduzierung der Rückfragen zwischen Engineering und Fertigung um 60 %
- ECO-Durchlaufzeit von durchschnittlich 12 Tagen auf 4 Tage reduziert
- weniger produktionskritische Abweichungen durch bessere Stücklistenqualität
- besser nachvollziehbare Dokumentation zur Unterstützung von IATF-16949-Anforderungen
Integration mit bestehenden Systemen
DCP ist kein Ersatz für bestehende Systeme, sondern ein Integrations-Hub. Über standardisierte APIs und die SAP Integration Suite lässt sich DCP über definierte APIs und Integrationsservices mit folgenden Systemen verbinden:
- CAD-Systeme: CATIA, NX, SolidWorks, PTC Creo
- ERP: SAP S/4HANA, SAP ECC
- ALM/Requirements: Polarion, Jira, SAP Solution Manager
- Quality Management: SAP QM, Siemens Teamcenter Quality
- MES: SAP Digital Manufacturing, Siemens Opcenter
Fazit
Kollaboratives Produktdatenmanagement mit DCP ist kein IT-Projekt – es ist eine strategische Initiative, die Engineering, Einkauf und Fertigung auf eine gemeinsame Datenbasis stellt. INOMIC unterstützt Sie bei der Konzeption, Implementierung und dem Change Management.
