Die Einführung von SAP Integrated Product Development (IPD) ist ein strategisches Vorhaben, das Prozesse, Systeme und Organisation gleichermaßen betrifft. Bevor ein Unternehmen in die Implementierung einsteigt, sollte es seinen Reifegrad realistisch einschätzen. Genau das leistet ein IPD Readiness Check.
Doch nicht alle Readiness-Assessments sind gleich nützlich. Viele Fragebögen sind zu generisch, zu techniklastig oder zu oberflächlich. In unserer Beratungspraxis haben wir einen Ansatz entwickelt, der die wirklich entscheidenden Dimensionen adressiert.
Die fünf Schlüsseldimensionen
1. Prozessreife
Sind die bestehenden Produktentwicklungsprozesse dokumentiert und standardisiert? Oder wird jedes Projekt anders abgewickelt? Die Fragen in dieser Dimension umfassen:
- Gibt es einen definierten Stage-Gate-Prozess für die Produktentwicklung?
- Sind Freigabeprozesse formalisiert oder informell?
- Wie werden Änderungen an Produkten heute gesteuert und dokumentiert?
- Gibt es eine klare Trennung zwischen Engineering- und Fertigungsverantwortung?
Die Erfahrung zeigt: Unternehmen mit undokumentierten Prozessen scheitern häufiger bei der IPD-Einführung – nicht wegen der Technik, sondern weil niemand weiß, was eigentlich digitalisiert werden soll.
2. Datenqualität
Daten sind das Fundament jeder IPD-Implementierung. Die relevanten Fragen:
- Wie aktuell und vollständig sind die Materialstammdaten?
- Gibt es eine einheitliche Nummernvergabe für Teile und Baugruppen?
- Wie hoch ist der Anteil an Dubletten im Materialstamm?
- Werden Stücklisten in einem System gepflegt oder verteilt über mehrere Datenquellen?
In vielen Unternehmen liegt die Datenqualität deutlich unter den Erwartungen. Ein ehrliches Assessment verhindert, dass Datenprobleme erst während der Implementierung sichtbar werden – wenn die Kosten der Bereinigung am höchsten sind.
3. Systemlandschaft
Die bestehende IT-Landschaft bestimmt maßgeblich den Implementierungsaufwand:
- Welche Produktdaten-, CAD-, PDM- und ERP-Systeme sind im Einsatz?
- Gibt es bereits SAP-Systeme (welche Version, welche Module)?
- Welche Schnittstellen existieren zwischen den Systemen?
- Wie ist die Infrastruktur aufgestellt (On-Premise, Cloud, Hybrid)?
4. Organisatorische Bereitschaft
Die organisatorische Dimension wird am häufigsten unterschätzt:
- Gibt es einen Sponsor auf Geschäftsführungsebene?
- Sind die betroffenen Abteilungen (Engineering, IT, Fertigung, Einkauf) eingebunden?
- Wie hoch ist die Veränderungsbereitschaft in der Organisation?
- Sind ausreichend interne Ressourcen für das Projekt verfügbar?
5. Strategische Ausrichtung
Schließlich muss die IPD-Einführung zur Unternehmensstrategie passen:
- Steht eine SAP-S/4HANA-Migration an oder ist sie bereits abgeschlossen?
- Gibt es eine Clean-Core-Strategie?
- Welche Rolle spielt die Digitalisierung der Produktentwicklung in der Unternehmensstrategie?
- Welche konkreten Business Cases sollen durch IPD adressiert werden?
Von der Bewertung zur Handlungsempfehlung
Das Ergebnis des Readiness Checks ist kein Schulzeugnis, sondern eine priorisierte Handlungsempfehlung. Für jede Dimension identifizieren wir:
- Den aktuellen Reifegrad (Stufe 1–5)
- Den Zielreifegrad für eine erfolgreiche IPD-Einführung
- Konkrete Maßnahmen, um die Lücke zu schließen
- Den geschätzten Aufwand und die Kritikalität jeder Maßnahme
Fazit
Ein guter Readiness Check spart Zeit und Geld, weil er Probleme aufdeckt, bevor sie teuer werden. Er schafft ein gemeinsames Verständnis bei allen Beteiligten und liefert die Grundlage für eine realistische Projektplanung.
Unser kostenloser Online-Readiness-Check gibt Ihnen in ca. 15 Minuten eine erste Einschätzung. Für eine detaillierte Analyse vereinbaren Sie gerne einen Termin mit unserem Team.
